Zehn muntere Thesen in schwierigen Zeiten. Über die Waldorfkindergärten
Wegen des Themas dieses Blog-Textes bitte ich in dieser Woche noch einmal um Nachsicht, da es vielleicht nicht alle interessiert. Es geht um die Zukunft der Waldorfkindergärten in NRW. Diesmal geht es um ein paar Thesen, die sich auf die Vereinigung der Waldorfkindergärten beziehen. Die Thesen beinhalten „Visionen“, zurzeit ein gefährlicher Begriff – Visionen sollte man besser gar nicht erst haben, weil sie zu „groß“ sind. Besser wäre es, so hört man oft, die Sachen „klein“ und vor allem „konkret“ anzugehen.
Manchmal kommt es mir so vor, dass der Vorwurf „zu groß zu denken“ im Grunde eigentlich bedeutet: man sollte besser überhaupt nicht denken. Meine Thesen beziehen sich auf eine kleine Vereinigung mit überschaubaren Aufgaben. Sie sind deswegen eher als bescheiden und vor allem als sehr konkret zu bezeichnen. Ich freue mich auf Kommentare.
1.Die Vereinigung darf auf ihr geistiges Kapital vertrauen und auf Wachstum setzen. Der anthroposophische Erziehungsimpuls ist nach wie vor zeitgemäß. Die Vereinigung sollte sich in NRW bis 2015 als Ziel setzen: 25 neue Waldorfkindergärten.
2.Um das Ziel zu erreichen, soll auf die Hindernisse geschaut und die Frage gestellt werden: wie kann die Waldorfpädagogik wieder attraktiv werden?
3.Die Vereinigung sollte sich dadurch stärken, dass individuelle Personen für 50 Euro pro Jahr Mitglied werden können. Wie die individuellen Mitglieder sich zu den Vertretern der Einrichtungen verhalten, müsste geklärt werden. Das Ziel für 2015: 1000 individuelle Mitglieder.
4.Die Vereinigung sollte sich in der öffentlichen Gesellschaft stärker als eine Vereinigung für Kindheit definieren.
5.Die Vereinigung sollte sich aktiv auf die Suche nach Verbündeten begeben und derlei Beziehungen durchgehend pflegen.
6.Die Vereinigung sollte über die Waldorfkindergärten hinaus denken und den anthroposophischen Erziehungsimpuls auch für staatliche und andere private Einrichtungen attraktiv machen.
7.Die Vereinigung sollte neben Kindergärten auch andere Einrichtungsformen als „Waldorf“ anerkennen, wie Waldkindergärten, die Arbeit von Tagesmüttern und andere Kleinkindgruppen.
8.Die Vereinigung braucht ein freies Presseorgan, das statutengemäß unabhängig von den Entscheidungsgremien arbeitet und nicht als public relations gedacht wird.
9.Die Vereinigung sollte die Ausbildung und die Fortbildung der Erzieherinnen neu denken. Unterschiede sollten diesbezüglich zwischen Kindergartenleiterinnen und Erzieherinnen gemacht werden, die in den Gruppen arbeiten.
10.Die Vereinigung darf auf der finanziellen Ebene in die Offensive gehen. Mit den Aufgaben steigen auch die Ausgaben. Die Vereinigung sollte nicht nur sparen, sondern auch Geld aufnehmen um in die Zukunft zu investieren.