25.05.2009

Der Klavierspieler und der Beamte

Der Flügel war groß & schwarz. Er stand inmitten eines Zimmers mit weißen Wänden & weißen Bodenfliesen & weißen Gardinen. Ohne auch nur einmal mit seinen Augen zu blinzeln, schaute der Beamte mit einem skeptischen Blick auf das Instrument und fragte: „Woher kommt das Ding?“ Der Klavierspieler faltete seine enorm großen Hände, schüttelte kräftig seinen Kopf – die langen Haare flatterten um ihn herum – und sagte: „Das kann ich Ihnen leider nicht sagen“.
„Ach so!“, sagte der Beamte. Er holte ein Notizbuch aus der Seitentasche seines Jacketts und kritzelte etwas hinein. „Das können Sie mir leider nicht sagen“, wiederholte er. Er schaute nochmals auf den Flügel, schwieg eine Weile und stellte dann fest: „Sie haben ein Problem!“ Er schaute kurz in sein Notizbuch, hob seinen Kopf und sagte: „Dann brauchen wir ein bisschen Zeit. Können Sie mir einen Stuhl bringen?“
Der Klavierspieler nickte, verschwand und kam unmittelbar mit einem Klappstuhl wieder zurück, den er gewandt ausklappte & hinstellte. „Machen Sie es sich gemütlich“, sagte er. Der Beamte tat so, als ob er nichts gehört hätte – hatte er vielleicht auch nicht – setzte sich hin & schwieg. Er schien all seine Erfahrungen & all sein amtliches Wissen zu sammeln, um herauszufinden, was in dieser schwierigen Lage der richtige Schritt wäre.
„Also“, sagte er, „erst müssen wir die genaue Bedeutung ihrer Aussage klären. Wissen Sie nicht woher das Klavier kommt? Oder gibt es einen anderen Grund, warum Sie mich nicht informieren können? Betrifft es vielleicht ein Geheimnis?“ Der Klavierspieler faltete wieder seine enorm großen Hände und sagte leise: „Ich weiß es nicht. Es ist aber eigentlich auch ein Geheimnis.“
Mit lauter Stimme, als wollte er betonen, dass Flüstern nicht passte, sagte der Beamte: „Es tut mir Leid, Geheimnisse können wir aber nicht dulden. Das wissen Sie wohl!“ Er öffnete sein Notizbuch, nahm den Stift in die Hand & wartete. „Bitte“, sagte er, „geben Sie mir jetzt ohne Umwege eine klare Erklärung.“
„Der Flügel war schon immer hier“, sagte der Klavierspieler.
„Immer, immer? Wieso immer? Nichts war schon immer da!“
„Doch, als ich hierher kam, war der Flügel schon da.“
„Jetzt müssen Sie aufpassen“, sagte der Beamte verärgert. „Alle Gegenstände haben eine Geschichte & meine Aufgabe ist es, die Geschichten der Gegenstände in dieser Stadt zu dokumentieren. Die Zeit ist vorbei, dass Gegenstände ohne Vermerke existieren können. Seien Sie also bitte so lieb und...“
„Der Flügel war schon immer da“, wiederholte der Klavierspieler. „Als ich hierher kam, war ich vier Jahre alt. Als ich fünf war, entdeckte ich das Zimmer – ich bin einfach hinein gegangen & habe das Klavier gefunden & seitdem mache ich Musik darauf. Und niemand konnte mir sagen, wem das Instrument gehört. Ja, ein Geheimnis ist es schon...“
„Warten Sie mal!“, sagte der Beamte. „Sie behaupten also, dass das Ding schon da war, als Sie als Kind hier einzogen? Und dass es damals niemanden gab, der Bescheid wusste? Ist es das, was Sie versuchen mir zu übermitteln?“
„Ja“, sagte der Klavierspieler leise.
„Und ihre Eltern?“
„Was ist mit meinen Eltern?“
„Nun, wussten sie auch nicht Bescheid?“
„Meine Eltern, meine Eltern...“ begann der Klavierspieler zögernd, „meine Eltern haben erst nach vielen Jahren mitbekommen, dass es das Zimmer mit dem Flügel überhaupt gab. Wieso hätten sie das auch wissen können? Beide sind übrigens bald danach gestorben.“
Der Beamte stand auf. Er lief auf das Fenster zu, schob die Gardinen zur Seite & schaute nach draußen. „Es regnet“, sagte er nachdenklich. Dann drehte er sich um, presste kurz und kräftig seine Lippen aufeinander und sagte: „Diese Geschichte gefällt mir gar nicht. Etwas stimmt hier nicht.“ Er nahm sein Notizbuch in die Hand und wollte etwas schreiben, hielt dann inne und sagte vor sich hin: „Was soll ich denn aufschreiben?“
„Nun ja, vielleicht die Wahrheit“, sagte der Klavierspieler.
„Reden Sie bitte nicht von der Wahrheit! Die Wahrheit in Bezug auf dieses Ding hier“ - sein Zeigefinger wies in die Richtung des Flügels - „muss noch aufgedeckt werden. Was Sie mir erzählen, kann nicht als vollständige & hinreichende & befriedigende Wahrheit gelten. Halbe Wahrheiten soll & darf & kann man nicht dokumentieren!“
„Sie scheinen das Ding hier nicht besonders zu mögen“, sagte der Klavierspieler.
„Bitte?“
„Den Flügel, meine ich...“
„Was soll denn das? Mir ist das Ding scheißegal. Was mir nicht gefällt, ist die Geschichte, die Sie erzählen. Ich meine...“
„Man kann Gegenstände nicht von ihren Geschichten trennen.“
„Gegenstände, Gegenstände...“ rief der Beamte. „Sie haben keine Ahnung von Gegenständen. Wissen Sie, heute geht es um ein Klavier, gestern war es eine alte Dampfmachine, vorgestern, ja, was war es vorgestern? Ach ja, ein holländisches Gemälde mit Windmühlen & Bauern & Schiffen & Wolken & Heringen... Was die Holländer sich nicht alles zusammen malen – nicht zu fassen! Sie haben aber recht: Gegenstände soll man nicht von ihren Geschichten trennen! Und deswegen...“
„Die Geschichte des Flügels ist leider ein Geheimnis“, sagte der Klavierspieler.
„Unfug“, sagte der Beamte, „wenn man will, kann man alles erklären.“ Er nahm sein Notizbuch & schrieb etwas hinein. „In sechs Wochen komme ich wieder“, sagte er dann. „Nutzen Sie die Zeit bis dahin bitte, um die Wahrheit aufzudecken.“

Kommentare:

Nicole hat gesagt…

In sechs Wochen ist der 29.Juni 2009, sagte der Beamte noch, indem er das Zimmer verließ. Er wunderte sich darüber, was ihn eigentlich so aufgebracht hatte. Vielleicht war es die schiere Grösse des Gegenstandes gewesen, der ihm so zugesetzt hatte. Eine Dampfmaschine, das mochte noch angehen, die konnte ein Karlsson an einem Nachmittag erledigen, wenn es sein musste. Aber das tadellose Schwarz des Flügels hatte ihn nachhaltig irritiert.

Er hoffte, dass seine Aufregung nicht zu spüren gewesen war. Es hatte ihm auf der Zunge gelegen, dass er als Kind auch einige Klavierstunden bekommen hatte, und er war nicht einmal ungeschickt gewesen.
Später hatte er das Spielen ein wenig verlernt. Ihn wurmte das, zugegeben hätte er es nicht einmal vor seinem besten Freund. Der war übrigens letztes Jahr gestorben, sie hatten ihre Ausbildung zusammen absolviert, und eine Art stillschweigende Übereinkunft gefunden, einander nie dadurch zu beschämen, dass einer etwas Herausragendes tat.
Seit dem Tod des Freundes fühlte er sich wie jemand, der an Gewicht verloren hatte. Beim Gehen hob er nun die Schultern etwas höher, und bei jedem Schritt verzögerte er das Aufsetzen des rechten Fusses unmerklich, als sei er nicht ganz sicher, wie die Bewegung weitergeht.

Als er die Treppe hinabging, um das Haus des Klavierspielers zu verlassen, klang ihm noch nach, was dieser an der Tür gesagt hatte, indem er auf sein Klingelschild schaute. "Können Sie denn sicher sein, dass es in Ihrer Wohnung keine unerwarteten Gegenstände gibt?"

Er fischte den kleinen Drehkuli aus der Jackeninnentasche und schrieb sich den Satz unwillig in sein Notizbuch. Dann klappte er es entschieden zu, trat auf die Strasse, und freute sich kurz.

Katharina hat gesagt…

Der Klavierspieler ist verwirrt. Warum sollte er ein Problem haben? Er spielt nun schon so viele Jahre auf dem Klavier und er hat große Freude daran. Es ist ihm ganz egal, wer wann das Klavier dort hingestellt hatte. Er spielt gern, sogar sehr gern darauf und wird es auch weiterhin tun, auch wenn er die Geschichte des Klaviers nicht kennt – oder gerade deshalb?

Wenn er wüsste, dass ...... ,dann würde er vielleicht beim Spielen immer an das Geheimnis um das Klavier denken und er könnte nicht frei und unbefangen seine Freude beim Musizieren genießen, weil.....

Wenn der Beamte in 6 Wochen wieder kommt, will der Klavierspieler ihm die Wahrheit einfach auf dem Klavier vorspielen, in der Hoffnung, dass der Beamte die Zeit genutzt hat, um die Wahrheit dann hören zu können.

Anonym hat gesagt…

Hallo Jelle,

dem Beamten geht es wie dem Psychologen. Man hat ihnen beigebracht, das man alles erklären muß und das es für alles eine sogenannte Wahrheit gibt. Ein ganz schön universelles Wort für so viele Individuen, mit so vielen individuellen Biographien, wie soll das klappen?? Ich glaube, der Klavierspieler weiss das, er bewegt sich in Sphären, so leicht und losgelassen, wie soll er diese universellen Wahrheiten verstehen, obwohl er sich Mühe gibt, sie zu verstehen??

Viele Grüsse

Ralf

Nicole hat gesagt…

Das Geheimnis hatte sich in dem Raum eingerichtet und lange Zeit darin verbracht, ohne an etwas Bestimmtes zu denken. Als der Beamte anfing, von einem Geheimnis zu reden, hatte es dieses Wort in keiner Weise auf sich bezogen. Der Beamte hätte auch über Schmetterlinge oder Kieselsteine reden können. Das Wort sickerte nur langsam ins Bewußtsein des Geheimnisses, und da war es mit einem Mal wach. Es begann, sich selbst als etwas wahrzunehmen, das existierte.

Es war ein bisschen aus dem Häuschen und verbrachte die Zeit seit seiner Entdeckung in einer Art Unkonzentriertheit, die ihm vorher nicht zueigen gewesen war. Was hatte es über sich selbst erfahren durch die Unterhaltung der beiden Männer? Was war anders, jetzt, nachdem es sich selbst eine Frage geworden war?
Das Geheimnis hatte nicht viel Übung mit solchen Fragen. Es beschlich es nach ein paar Tagen Unruhe. Es sehnte sich zurück nach der Zeit als es einfach ein Geheimnis gewesen war und nicht Gegenstand verschiedener Überlegungen einiger Leute. Es fühlte sich ausgesprochen unwohl, und hatte inzwischen herausgefunden, dass es nichts mit Krämerei zu tun bekommen wollte. Es beschloss, zu verschwinden.
Aber wie verschwindet man, wenn man ein Geheimnis ist und erst kürzlich erfahren hat, dass man existiert? Es fing an, darüber nachzusinnen, was jetzt der Fall war (und ob es überhaupt etwas tun konnte).

Katharina hat gesagt…

Liebe Nicole, vielen Dank für die Sichtweise des Geheimnisses.

....Was war anders, jetzt, nachdem es sich selbst eine Frage geworden war?...

Schön!

Alles ist ein Geheimnis. Auch der Beamte!

Sophie Pannitschka hat gesagt…

Die Alte hinter dem Vorhang blieb still stehen. Niemand hatte sie bemerkt. Sie hatte aber alles gehört und gesehen. Den sonderbaren Klavierspieler – den sie schon kannte und dem sie so gerne träumend zuhörte – und den seltsamen Beamten, den Mann, der in Uniform einfach ins Zimmer gekommen war. Der Schnittpunkt des Geschehens war der schwarze Flügel. Ja, das hatte die Alte verstanden. Und der Raum des fremdartigen Geschehens war weiß – ja, dieser Gegensatz war nicht unbemerkt an ihr vorbeigegangen. Was hatte das aber alles für eine Bedeutung? Innerlich sann sie dem Ereignis nach, der Klavierspieler saß jetzt still auf dem Klappstuhl, und spürte, wie die Aufmerksamkeit der beiden Männer noch immer um den Flügel kreiste.

Der Beamte wollte die Geschichte des Flügels. Und der Klavierspieler wollte das Geheimnis nicht lüften. Wer von den beiden würde siegen – gab es einen Machtkampf? Die Alte konnte kaum mehr stehen. Aber sie wollte sich nicht zeigen, denn sie wußte, dass der Klavierspieler dann nicht mehr spielen würde. Das war es ja, was sie wollte, seiner Musik zuhören. Seiner Musik, die wie aus fernen Zeiten zu ihr herüberklang – wenn er selbstverloren spielte. Sie an damals erinnerte, als sie noch jung war und auch einmal…. Als die Eltern des jungen Mannes noch lebten, und die Welt eine andere war.

Ihre Gedanken verliefen sich in der Vergangenheit. So, wie vielleicht auch die des Klavierspielers. Liegt das Geheimnis dort, in der Vergangeheit? Oder geht es um etwas Zunkünftiges – muss der Flügel beschützt werden? Oder gar der Klavierspieler? Wird etwas geschehen? Das Gespräch der beiden fand in der Gegenwart statt – und der Alten war nicht klar, woher es kam oder wohin es ging. Sie fühlte sich alt und leer. Wollte doch nur ein wenig Musik einatmen, und nun dieser Zwischenfall…

Zum ersten Mal waren ihr die großen Hände des Klavierspielers aufgefallen – wie hatte sie das nie bemerken können? Und im Gegensatz dazu hatte der Beamte kleine, verkrüppelte Hände – sie waren nichts, wenn er nicht sein Notizbuch in seinen knorrigen Fingern hielt. Alle Gegenstände haben eine Geschichte – dieser Satz ging ihr nach. Sie wusste aber auch, dass gerade eine neue Geschichte entstand – eine, zwischen Menschen, zwischen zwei Männern. Zwischen einem Klavierspieler und einem Beamten. Welche Rolle ihr wohl dabei zukam?

Nicole hat gesagt…

Der Beamte hatte die Jacke über den Stuhl in der Küche geworfen, nachdem er seine Wohnung betreten und den Schlüssel an den Haken neben der Tür gehängt hatte. Sein Notizbuch hielt er in der Hand, ebenso wie einige Briefe, die er unten aus dem Briefkasten gezogen hatte. Im Hausflur hatte es nach Curry gerochen, und das Kind aus der Wohnung gegenüber hatte kurz den Kopf aus der Tür gesteckt, als er nach Hause kam, aber nichts gesagt.

Er setzte sich an den Tisch am Fenster, das Notizbuch in der Hand. Die Post legte er bündig zur Tischkante ab, als wolle er sie gleich bearbeiten. Er hatte Durst. Er stand auf, ging zum Kühlschrank, und nahm eine Flasche Bier heraus. Er empfand es als unpassend, dass er Lust auf ein Bier hatte und dass es vorrätig war. Er machte sich in Gedanken einen Vermerk.

Er öffnete die Flasche, und setzte sich wieder. Das Notizbuch hatte er die ganze Zeit bei sich gehabt, und es nur kurz abgelegt, um die Flasche zu öffnen. Seine Gedanken wanderten in den Raum, den er heute gesehen hatte, im Haus des Klaviespielers. Das Schwarz Weisse der Szene machte ihn ratlos. Seine Selbstsicherheit und die Art, wie er gefordert hatte, dass der Klavierspieler die Sache klipp und klar darlegen sollte, waren gespielt gewesen. Er merkte jetzt, wie die Geschichte anfing, ihn zu interessieren. Alles Mögliche konnte der Grund sein, warum der grosse Flügel dort stand. Der Klappstuhl war übrigens auch schwarz gewesen, auf dem er gesessen hatte, während er zu verbergen suchte, dass er keine Ahnung hatte, wie er vorgehen sollte.

Am liebsten hätte er für einen Moment sein Amtlichkeit abgelegt, und den Mann mit den Schaufelhänden gebeten, ihm etwas vorzuspielen. Er hatte sogar kurz erwogen, dass er sagen könnte, dass er den Klang des Instruments prüfen müsse, dies sei im Zuge der Untersuchung nötig, aber dann war es ihm lächerlich erschienen, seinen Wunsch, den Flügel zu hören wie eine Amtshandlung erscheinen zu lassen.
Nein, etwas anderes hatte ihn zurückgehalten. Er hatte eine Regung in sich verspürt, die darauf hindeutete, dass etwas geschehen könnte, das unvorhersehbar wäre, wenn er sich dem Klang des Flügels aussetzte. Das konnte er sich nicht leisten. Nicht im Dienst.

Wie es sich wohl anhörte? Der Schall in dem weissen Raum, der nur durch die weissen Gardinen gedämpft wurde... Hörte das denn niemand? Nur dumm, dass ein Geheimnis im Spiel war, sonst wäre er mit einem kurzen, nichtssagenden Bericht aus der Sache heraus, und keiner könnte ihm einen Vorwurf machen. Nicht nur der Klavierspieler hatte ein Problem, er hatte auch ein Problem. Und sein Problem war nicht der Flügel. Er öffnete sein Notizbuch. Dann stand er auf.

Jelle van der Meulen hat gesagt…

Also, vier Perspektiven: der Klavierspieler, der Beamte, die Alte und das Geheimnis. Ich gehe nächstes Mal mit dem Klavierspieler weiter. Jelle van der Meulen

Nicole hat gesagt…

((Es gibt noch eine fünfte Perspektive, und das ist die des Flügels. Ich schrieb aus ihr gestern abend noch. Jetzt hatte ich bis eben das Problem, dass ich mich gebunden fühlte an Deinen Satz, Jelle, dass es also vier Perspektiven gibt. Zuletzt entschloss ich mich, die von gestern trotzdem zu veröffentlichen, denn es gibt sie ja seit gestern abend.))

Der Flügel träumte. Er träumte von einer Musik, die er noch nie gehört hatte. Ihn deprimierten die Bodenfliesen schon lange. Er wünschte, nach Hause zu kommen. Würde jemand das Fenster hinter dem Vorhang für zwei Nächte und einen Tag öffnen, und ihn davorschieben, und er könnte die Stimmen der Nacht hören, vielleicht, dass er sich erinnerte daran, wie er seine Flügel bewegen müsste, um sich auf das Sims zu schwingen und hinauszufliegen. Er sehnte sich danach, zu fühlen, wie seine Last von den Messingrädchen, auf denen er ruhte, hinaufsteigen würde in die oberen Scharniere, wie ein Ruckeln und leises Rappeln der Tastatur ihn in eine leichte Erschütterung versetzen würde, bevor er sich überwinden und auf das Fensterbrett setzen würde. Er malte sich aus, wie er noch einen Blick zurückwürfe in das verwaiste Weiss und wie froh er wäre, die Fliesen nie mehr wiederzusehen.

Dann wollte er seine Flügel ausbreiten, und mit einem leisen Knacken den Raum verlassen. Schwarz und riesig wollte er durch die Nacht gleiten, um den Ort zu erreichen, den die Alte ihm genannt hatte, ohne ihn auszusprechen.

Jelle van der Meulen hat gesagt…

Jetzt gibt es also fünf Perspektiven!