10.11.2009

Was hat er vor? Der Klavierspieler Johann reist morgen ab

Notizen Bösendorfer
Brief Mary Ending
Notizbuch (kaufen!!!)
Füller (von Magdalena)
Stift (von Alexander)
englisches Wörterbuch
Kalender
Lupe
Nagelschere
Notbrille
iPod
Arvo Pärth (downloaden)
Sting Wintersongs (???)
Goerke
die kleine Ikone (plus Kerze)
die neuen Socken
schwarze Hose
schwarze Unterhosen
die schwarzen Sportschuhe (sauber machen!!!)
Filzhut (suchen!!!)
Reisepass
Reiseführer
Zehn Blaue
Reiseaschenbecher
Feuerzeuge (drei)
Karte Devon
Fahrkarte Köln - London
Ticket London – Exeter
Hotel confirmation (noch ausdrucken)
Führerschein (nicht vergessen!!!)
Kreditkarte Dresdner Bank
Bargeld 100 Pfund Sterling
Hei 65
Malte
Handy (cell-phone)
Und: Adapter!!!
Ass 100
Procolaran
Leberwurst, fünf (REWE, Ja)

Kommentare:

Michel Gastkemper hat gesagt…

Mooi!

Jelle van der Meulen hat gesagt…

Hoi Michel, dank je! Für die Leute aus Deutschland: das holländische "mooi" bedeutet einfach "schön". Jelle

Ruthild Soltau hat gesagt…

dieser Kommentar noch zum vorigen Blog!
Lieber Herr Heinen-Anders!
Ich bin Kinderhausmutter, d.h. ich vertrete vor allem, aber nicht nur, die Kinder, die in unserem Haus aufwachsen. Ich habe den letzten Beitrag sehr ernst und ganz allgemein, nicht nur für Waldorferzieherinnen, geschrieben .(ich finde die Hürden in diesem Beruf gar nicht intellektuell schwer, höchstens unnötig), sondern für andere Berufe!
Ich selbst bin Kinderhausmutter, das sehe ich als meinen Beruf an, offiziell habe ich noch einen anderen Beruf, der hier nicht relevant ist.
Herzliche Grüße
Ruthild

Susanne hat gesagt…

Johann will bestimmt nicht Klavier spielen.

Sehr erfrischend, lieber Jelle!

Auflistungen haben etwas Unfertiges, es sind Anstöße zu etwas, und jeder von ihnen kann wieder eine eigene Story ergeben. Es ist eine Hauptkreuzung im Geist, von der alle Wege abzweigen. Manche sind miteinander verbunden, manche lassen sich verbinden und manche sind auf Gedeih und Verderb einander unverträglich.

So lassen wir Johann abreisen, vielleicht ist er ja schon unterwegs, viele Menschen sind schon abgereist, bevor sie überhaupt aufbrechen, und andere wiederum kommen nie in Aufbruchstimmung.

Morgen.
Dann muss da morgen heute stehen.
Mal sehen.

Herzlich

Susanne

Michael Heinen-Anders hat gesagt…

Liebe Ruthild Soltau,

auch ich meinte vor allem die 'anderen Berufe'.

Herzlich,

Michael Heinen-Anders

mick321 hat gesagt…

Dann- schönen Wanderurlaub in England!

Anonym hat gesagt…

Ja, schön. Merkwürdig schön. Nein, Urlaub kann es nicht sein. Johann sucht etwas. Was? Nitta

Michael Heinen-Anders hat gesagt…

Vielleicht sucht er ein 'Abenteuer'?
Wie das folgende:

...

Die schäumenden Wellen
des ersterbenden Ozeans vor mir
Dein Gesicht sagt mir: noch ist es Mittag.
Vögel fluten kreiselnd in die Gezeiten.
Der Wind hat sich gedreht.
Dein Haar löst sich im Sand:
Ein Hauch Seesterne zieren deine Augen.
Du wirkst stürmisch, ich muss
an Leuchtfeuer denken.
Unsere Worte fahren die Sandhügel hinab
Und niemand verlässt abends die Bucht.

(Michael Heinen-Anders)

Anonym hat gesagt…

Das glaube ich auch - er sucht etwas. Und: er will etwas. Es soll aber nicht so offensichtlich sein. Ein "getarnter Urlaub" also. Hat er vielleicht vergessen aufzuschreiben Papier oder Laptop mitnehmen zu wollen?

Ich bin sicher, er wird von seiner Reise berichten - verschlüsselt. Vielleicht bekommen wir eine grüne Postkarte mit vielen Schafen darauf zugeschickt...

Der Klavierspieler Johann in England... ob er wohl mit der Sprache zurechtkommt?

Herzlich, Sophie

Susanne hat gesagt…

Ein schönes Gedicht, lieber Michael Heinen-Anders.

Die anderen auch.

Wenn Johann heute schon sein räumliches Ziel erreicht hat, ob er sich wohl jetzt in der Bucht aufhält? Und ob er wohl neben den ganzen Worten sich auch seiner ganzen Liste entledigt hat? Alles zusammen die Sandberge hinunter hat rollen lassen und eingetauscht gegen Sehnsucht?

Johann, der Spiegel unserer Seelen.

Herzliche Grüße von Susanne

Michael Heinen-Anders hat gesagt…

Danke, liebe Susanne.

Nicole Cadenbach hat gesagt…

Nie hatte ihm gefallen, dass seine Mutter ihn aus einer Laune heraus Enno genannt hatte. Enno Schmitz, das klang nicht gut in seinen Ohren. Peter oder Hans, oder wenn es sein musste, Uwe, aber Enno. Und doch hiess er so. Dreiundfünfzig Jahre lang schon trug er diesen Namen. Das Unbestimmte, das mit dem langen, leicht verzögert ausgesprochenen N in der Mitte zu tun hatte, ärgerte ihn. Bei Bernhard oder Ansgar machte das N kein solches Aufheben. Er hasste jede Art Aufhebens. Darum hatte er auch zugegriffen, als die Stelle in der Verwaltung freiwurde, die damit zu tun hatte, jedwede Art von Gegenständen, die eine Art Aufhebens machten (oder die ein Geheimnis umgab, so hatte es in der internen Ausschreibung geheissen), dingfest zu machen.

Die Bekanntschaft mit dem Klavierspieler war ein Unfall gewesen; dass er ihn kennenlernte, hätte nicht geschehen dürfen, dachte Schmitz. Sein Spiel hatte ihn gegen seinen Willen in seinen Bann gezogen. Der weisse Raum, die Kacheln, das Zimmer hinter der Tür in der Wohnung des Klavierspielers: als ein ungeheurer Vorgang stand die Erinnerung da, wie er selbstvergessen gelauscht hatte, den Tönen gefolgt war, das Ziel seines Besuches? Unter dem Hören hatte er vergessen, was er dort gewollt hatte...

Sie sind sich auf der Strasse über den Weg gelaufen, der Klavierspieler und er. In der Stadt ist ein Riesenrad aufgebaut, das auf dem Rathausvorplatz steht. Während er gedankenverloren darin sitzt, er führt kein Notizbuch mehr mit sich, und seine Gondel ihren grossen Kreis beschreibt, er schnell höher und höher emporschwebt, die Spitzen der Bäume unter sich lassend, über das Rathaus und den Domchor hinausfährt, von oben die Dächer und Strassen der Stadt sieht, um dann ebenso zügig wieder hinabzufahren, hat er den komischen schwarzen Anzug des Klavierspielers zwischen dem Vorplatz des Riesenrads und einer Reibekuchenbude erspäht. Er behält ihn während der nächsten Umdrehungen so gut es geht im Auge, eine Art fieberhafter Neugierde, ein instinktives Fährte Aufnehmen hat ihn ergriffen. Er bringt die lustvolle Fahrt energisch hinter sich, verlässt nach der fünften Umdrehung seine Gondel und ist erleichtert, als er sieht, dass der Klavierspieler noch dort steht, wo ihn sein Blick vor einigen Minuten geortet hat.

Ohne Umschweife geht er auf ihn zu, streckt seine rechte Hand aus, und sagt: Enno Schmitz, wir kennen uns. Er registriert im Gesicht des anderen, dass er nicht sofort weiss, woher man sich kennt. Als es dem Klavierspieler einfällt, streicht er sich mit der linken Hand die Haare aus der Stirn, nimmt dann Ennos angebotene Rechte, und sagte: Sicher, ja, angenehm, wobei sein Gesichtsausdruck eher darauf schliessen lässt, dass er nicht weiss, was er von dieser Begegnung halten soll, die zu Füssen eines Riesenrades stattfindet, das in der Stadt zwei Wochen lang mit 80.000 Glühlampen bestückt, seine Runden dreht. 80.000 Glühlampen, die fünf Runden pro Fahrt, sieben Abende die Woche, Licht in die Luft schreiben.

Johann denkt an seine Reise.

Jelle van der Meulen hat gesagt…

Liebe Nicole, wunderbar! Die Geschichte geht also weiter. Bald kommt eine Liste von Enno Schmitz. r hat auch Einiger vor. Herzlich, Jelle

Ruthild hat gesagt…

Liebe Nicole! Schön von Dir zu lesen! nach der letzten Begegnung von Enno und Johann bin ich wirklich sehr gespannt,was nun weiter geschieht.
Liebe Grüße von Ruthild

Anonym hat gesagt…

Johann steht immer noch da. Und denkt an seine Reise.

"Aufbruch

Ich muss aufbrechen

Ich muss mich auf - brechen

Meine Liste ist viel zu lang

Was habe ich mit diesem Enno Schmitz von mir?

Und wieso fällt mir gerade jetzt dieses Gedicht ein, welches ich in anderen Zeiten als diesen geschrieben habe:
----------
Gestern bist du gestorben.
Und morgen wird es so sein
als wären wir
erst seit heute zusammen
------------
Wann ist morgen?

Verdammt, es ist so laut hier.
Und so hell.

Warum starrt er mich immer so an?

Ich muss los.

Susanne hat gesagt…

Der Kommentar eben war von mir. Hab die falsche Taste gedrückt.

Gruß an alle Beteiligten

Susanne

Sophie Pannitschka hat gesagt…

http://sophiepannitschka.blogspot.com/

Hinter diesem Link verbirgt sich ein Gruß an eine anderen Johann - auch er hat eine Reise begonnen.

Herzlich, Sophie

Martin hat gesagt…

Johann hat im Traum etwas gesehen, dass muß er haben - oder wenigstens berühren, dort sein, erleben!
Vielleicht ein Baum, ein Haus, ein Stein? Dass er sich noch die Zeit nimmt, die Reise vorzubereiten, ist schon viel. Doch der Weg gehört wohl zum Traum, wie auch das Riesenrad...

Martin